Auf dem Weg zur Wiederbesetzung unserer Pfarrstelle

Ein Gottesdienst an einem ganz normalen Donnerstag im September, abends um 19.00 Uhr?! Höchst ungewöhnlich. Das Presbyterium hatte zu diesem Gottesdienst geladen, und der Superintendent, der den Gottesdienst mit der Gemeinde feierte, fand eine gut besuchte Kirche vor.

Zeichnung: Christine Fischer

Am 17. September dieses Jahres fand im Rahmen des Verfahrens zur Wiederbesetzung der vakanten Pfarrstelle ein „Wahlgottesdienst“ statt. Solch ein Gottesdienst ist eine Seltenheit, zumal in Lienen, da hier in der Vergangenheit die Pfarrstellen stets sehr lange besetzt geblieben sind.

Der Ablauf des Wahlgottesdienstes ist im Kirchengesetz zur Besetzung von Pfarrstellen sehr genau geregelt. In der Regel wird der Gottesdienst vom Superintendenten oder vom Schriftführer des Kirchenkreises („Scriba“ genannt) gehalten. Beide Personen müssen für die anschließende Wahl ohnehin anwesend sein. In Lienen wurde der Gottesdienst von Superintendent André Ost gefeiert, die Scriba Pfrin Ulrike Wortmann-Rotthoff aus Tecklenburg übernahm die Lesung.

Direkt im Anschluss an den Gottesdienst begannen die Vorbereitungen für die Wahl, die von der Scriba und einem Mitglied des Presbyteriums (Dr. Edgar Klinger) unabhängig voneinander protokolliert werden mussten. Die Kontrolle der Anwesenheit aller Presbyter/innen ergab, dass alle Mitglieder persönlich anwesend waren – also konnte die Wahl beginnen. Da ein Antrag auf schriftliche Abstimmung vorlag, wurden die Presbyter/innen einzeln zur Wahlhandlung an den Wahltisch aufgerufen. Da das Presbyterium bereits im Sommer entschieden hatte, mit nur einer Kandidatin in das Wahlverfahren zu gehen, konnten die Wahlberechtigten mit „Ja“ oder „Nein“ oder „Enthaltung“ stimmen. Nachdem alle 15 wahlberechtigten Personen ihre Stimme abgegeben hatten, nahm die Scriba die Auszählung der Stimmen vor. Das Ergebnis war eindeutig: 14 Ja-Stimmen, eine Enthaltung. Damit wurde an diesem Abend Pfarrerin Susanne Nickel aus Gronau gewählt.

Das Wahlergebnis wurde in den beiden auf den Wahlgottesdienst folgenden Sonntagsgottesdiensten in Lienen abgekündigt, verbunden mit dem Hinweis auf die Möglichkeit des Einspruchs gegen diese Wahl. Die Frist zur Abgabe von Einsprüchen endete am 12. Oktober, Einsprüche wurden nicht vorgetragen. Zwischenzeitlich hat der Superintendent Pfarrerin Nickel schriftlich aufgefordert, sich über die Annahme der Wahl zu erklären. Hierzu räumt das Gesetz der Gewählten eine Frist von 2 Wochen ein. Frau Nickel hat die Wahl angenommen.

Bis zur Einführung von Pfarrerin Nickel in Lienen können jedoch noch Wochen oder sogar Monate vergehen. Dennoch haben die Überlegungen hierzu bereits begonnen.

Für das Presbyterium
Dr. Edgar Klinger

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