Auf ein Wort...

zum Monatsspruch August:

Du, Gott, hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet. Ps 30, 12

Sommerzeit - Partyzeit
Nachdem es im Frühjahr so lange kalt gewesen ist, können wir endlich die langen Sommerabende genießen. Die Dorffeste finden statt, die Hochzeiten und viele von uns freuen sich, dass sie im Sommer Geburtstag haben und zu einem kleinen Fest im Garten einladen können. Dazu gehört für viele Musik und Tanz, Ausgelassenheit, Mitsingen, sich ein bisschen schick machen. Sommerzeit – Partyzeit – das ist einfach schön.

Nur manchmal ist uns nicht danach. Gefühlsmäßig ist es eher Herbst oder Winter. Die Stimmung ist trübe und grau wie im November, die Tage sind dunkel und kalt wie im Januar.

Das mag verschiedene Ursachen haben: Streit in der Familie, Stress in der Schule oder am Arbeitsplatz, der Tod eines lieben Menschen, eigene Krankheit oder die eines Angehörigen, die Sorge um die Kinder oder die alten Eltern.

Da haben wir manchmal keine Lust auf Partys zu gehen, nicht einmal Spaß an der eigenen Geburtstagsfeier. Wir bleiben lieber zu Hause als "rauszugehen". Uns hübsch machen und etwas Nettes anziehen? – Ach nein, egal, das ist jetzt nicht wichtig.

Es gibt diese Phasen im Leben wie die unterschiedlichen Jahreszeiten. Sie gehören dazu. Kaum jemand, der sie nicht kennt. Das ist auch bei Christenmenschen so. Taufe und Glaube sind keine Versicherung gegen Krisen oder Traurigkeit. Aber der Glaube beinhaltet die Chance, mit der Krise umzugehen und Traurigkeit durchzustehen.

Gott ist da, der unsere Klage hört, vor ihm können wir unser Herz ausschütten und einen guten Gedanken finden, wie es weiter geht. Er zeigt uns den Weg, wenn wir auf ihn hören, sodass sich unsere Situation ändert, wir wieder froh werden und Spaß haben an Tanz und Feier, am Leben.

Vielleicht ist da jemand, der uns bei der Hand nimmt, wie beim Tanz. Vielleicht ist da eine, die sagt: komm, ich halt dir den Mantel, damit du wieder unter die Leute gehst. Gott weckt in uns Hoffnung, sodass wir wieder Freude empfinden und das auch zeigen können mit dem, wie wir uns geben und kleiden.

Ich hoffe, das haben wir alle erlebt: dass wir neue Kraft bekommen, frohe Gedanken; Mut, etwas anzupacken, dass wir tanzen können vor Lebenslust und unser Gesicht vor Freude strahlt. Denn das ist das, was Gott für uns will. Daran lassen Sie uns denken, damit es uns gewiss macht: Klage und Trauer währen nicht ewig. Gott verwandelt sie.

Verena Westermann

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