Zu Besuch bei den Christen Namibias

Von Gottesdiensten, Gänsehautmusik und berührenden Begegnungen
in einem faszinierenden Land!

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Ein Reisebericht von Annette Salomo

Unsere Delegationsreise dauerte nur 16 Tage. Aber diese Tage waren prall gefüllt mit unvergesslichen Eindrücken, Erlebnissen, der Begegnung mit vielen Menschen und dem Blick auf eine sich immer wieder verändernde, grandiose Landschaft. Unser Ziel war es, alle Gemeinden unseres Partnerkirchenkreises zu besuchen.

Bei den Entfernungen in Namibia blieb uns oft nur ein Tag oder gar ein Nachmittag, um einen Eindruck von dem Gemeindeleben zu gewinnen. Wir haben aber überall Menschen getroffen, die sich in ihrer und für ihre Gemeinde engagieren. Der Gottesdienst ist noch der Mittelpunkt der Gemeinde. Dort wird gesungen, gebetet, der Predigt aufmerksam gelauscht. Aber dort werden auch alle Kinder, die Geburtstag hatten, und Brautpaare gesegnet. Man informiert über alles, was im Leben der Gemeinde wichtig ist, sammelt Geld für besondere Aktionen und Gemeindegruppen. Besonders Chöre haben Gelegenheit, dort ihr Können zu präsentieren. Oft gibt es in den Gemeinden davon mehr als zehn, in unterschiedlichster Besetzung.


Superintendent André Ost, die Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses Tecklenburg, Annette Salomo und Pfarrer Christoph von Derschau, Vertreter des Kirchenkreises Wesel (Rheinische Kirche) sind 2381 km durch die Weiten Namibias gefahren, um die zehn Gemeinden des Partnerkirchenkreises Otjiwarongo der Ev. Luth. Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) zu besuchen.

Außerdem sind viele Gemeindeglieder am Gottesdienst beteiligt. Es gibt einen Moderator, einen Liturgen oder eine Liturgin, Lektoren, Prediger (das machen sehr oft die PresbyterInnen) und natürlich den Pfarrer oder die Pfarrerin. Irgendwie ist die ganze Gemeinde beteiligt.

Vielleicht ist das das Geheimnis, dass noch so viele Menschen aller Altersstufen am Gottesdienst teilnehmen. Die Musik spielt in jeder Gemeinde eine ganz besondere Rolle. Es wird sehr viel gesungen, immer vierstimmig, mit großer Stimmgewalt und voller Inbrunst. Davon konnten wir uns in jeder Gemeinde überzeugen, und jedes Mal hat es uns tief beeindruckt. Wir konnten uns von der Vielfalt der Gemeindeaktivitäten überzeugen, Jugendarbeit, Altenarbeit und oft war auch die Zusammenarbeit mit den Schulen und der Kommune sehr wichtig. Alle verstehen sich als Christen und fühlen sich als Teil der Gemeinde. Da ist Zusammenarbeit selbstverständlich.

Aber es gibt nicht zu übersehende Herausforderungen: eine große Armut, die durch die große Dürre in diesem Jahr noch verstärkt wird, die hohe Arbeitslosenzahl (regional über 50%), HIV-AIDS als Geißel einer ganzen Generation und eine verstörend hohe Anzahl von Schwangerschaften im Teenageralter. All dies sind Probleme, die die Menschen ertragen und mit denen sie sich auseinandersetzen müssen. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Kirche. Noch immer kämpft die ELCRN mit ihrer Finanz- und Strukturschwäche. Aber deutlich wird uns auch die politische Dimension unserer Partnerschaft. Wir müssen in unserer Arbeit der ELCRN noch deutlicher den Rücken stärken in ihrem Kampf gegen die Armut und HIV-AIDS.
Weitere Infos von der Reise können nachgelesen werden im Reisetagebuch von André Ost, im Internet unter: www.namibia.kirchenkreis-tecklenburg.de.

Zeitgleich mit unserer kleinen Delegation hat auch eine Bläsergruppe den weiten Weg in unseren Partnerkirchenkreis angetreten. Unter der musikalischen Leitung von KMD Martin Ufermann und der Reiseleitung von Pfarrerin Kerstin Hemker haben 23 Menschen, darunter elf Bläser/innen aus verschiedenen Posaunenchören des Kirchenkreises mit Bläsern der verschiedenen Gemeinden der ELCRN Workshops und Konzerte veranstaltet. Das war eine Reise mit vielen Highlights und ein beeindruckender Beweis praktischer Partnerschaftsarbeit, der auf beiden Seiten tiefe, bleibende und unvergessliche Spuren hinterlassen hat.

Das gemeinsame Musizieren hat Begegnungen ermöglicht, die auf einer normalen touristischen Reise niemals zustande gekommen wären. Mit der Musik würden Brücken gebaut zwischen Schwarz und Weiß, Rhythmen und Melodien haben den Funken der Verständigung gleich überspringen lassen. Ein "Gänsehautfeeling" haben fast alle Teilnehmer erlebt, wenn gemeinsam gesungen und geblasen wurde. Natürlich war auch bei dieser Reise der Besuch verschiedener landschaftlicher Sehenswürdigkeiten mit eingeplant. So konnte die Reisegruppe die Tierwelt im Ethosha-Nationalpark, die Fingerklippe im Kunene-Urstromtal bewundern, in Swakopmund und am Waterberg-Plateau sich an die Auswirkungen deutscher Kolonialzeit erinnern.

Annette Salomo


Annette Salomo, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, wird in unserer Gemeinde ausführlich über die Delegationsreise nach Namibia berichten:
Dienstag, 19. November 2013, 19 Uhr im Kirchsaal der Ev. Kirche Lienen
Herzlich willkommen allen Interessierten!

Annette Bethlehem

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