"Media Beca" – Ein Schritt zu einer gerechteren Bildung in Nicaragua


Anna Lena Hörsken.

Eine von bunten, kleinen Häusern gesäumte Straße voller Menschen, hier und da kommt mir ein laut seine Ware anpreisender Verkäufer entgegen, klapprige Taxen an jeder Ecke, die mir im Vorbeifahren zuhupen, und ein Straßenhund huscht mit ängstlich gesenkten Augen an mir vorbei. So könnte man wohl das typische Straßenbild beschreiben, das mich auf meinen Wegen durch Matagalpa, einer Stadt im Norden Nicaraguas, täglich begegnet. Inmitten dieser Stadt lebe ich mit zwei weiteren Freiwilligen für ein Jahr um einen freiwilligen Friedensdienst zu leisten, ein Jahr leben in einer fremden Kultur, ein Jahr arbeiten in einer evangelischen Privatschule, dem Colegio Bautista.


In der Vorschulklasse.

Folkloretanz mit den Kindern.

Sportunterricht auf dem Schulhof.
Verabschiedung einer 6. Klasse.

Das Colegio besteht aus einer Vor- und Grundschule bis zum 6. Schuljahr, wurde 2006 mit nur 39 Schülern gegründet und ist seitdem stetig gewachsen, so dass es inzwischen 12 Klassen mit insgesamt 306 Kindern umfasst.

Meine Arbeit ist es normalerweise, den Kindern Englisch- oder Sportunterricht zu geben oder in der Vorschule die Klassenlehrerinnen zu unterstützen, manchmal gebe ich aber auch ein paar Unterrichtsstunden, in denen ich den Kindern von der deutschen Kultur und Geschichte erzähle, was man isst, wie man lebt, wie man Weihnachten feiert und vieles mehr versuche ich den Kindern zu erklären, um ihr Bild von Deutschland und Europa ein wenig realistischer zu gestalten und Vorurteile zu beseitigen. Ich bin bereits die vierte Freiwillige, die im Colegio mithilft, und mit den Jahren hat es sich immer weiter und weiter entwickelt zu einer der angesehensten Schulen Matagalpas.

Viele Eltern haben hier Interesse daran, ihre Kinder auf eine Privatschule zu schicken, denn das Bildungsniveau ist in der Regel ein ganz anderes als das einer staatlichen Schule. Besonders durch das Gespräch mit meinen Mitfreiwilligen, die beide in staatlichen Schulen arbeiten, wird mir der Unterschied immer wieder bewusst. Die Klassen sind kleiner, der Unterricht ist geregelter und abwechslungsreicher, außerdem gibt es mehr Materialien, und die Lehrkräfte sind oftmals besser ausgebildet. Auch der Umgangston an meiner Schule unterscheidet sich oft von dem der anderen Schulen, die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist viel vertrauter und persönlicher, und es wird im Umgang keine Gewalt angewendet, was an vielen Schulen (wie ich gehört habe) leider keine Selbstverständlichkeit ist.

Wie alle Privatschulen hier im Lande muss das Colegio sich jedoch selbst finanzieren, da es keine staatlichen Zuschüsse bekommt, und dies ist nur durch ein Schulgeld möglich. Jeden Monat zahlen die Eltern 550 Cordoba, das entspricht knapp 20 €. Das klingt zunächst recht wenig, allerdings haben 20 € hier in vielen Dingen einen um einiges höheren Wert als in Deutschland, somit können sich einige Eltern den Besuch einer Privatschule für ihre Kinder nicht leisten.

Viele Eltern opfern aber dennoch viel dafür, ihrem Kind den Besuch einer privaten Schule und somit einer besseren Bildung und größere Zukunftschancen zu ermöglichen. Hierbei möchte ich die Schule mit der sogenannten Media Beca unterstützen, einer seit 3 Jahren von den Freiwilligen geführte Unterstützung der Familien, die sich das Schulgeld alleine nicht leisten können. Hierbei wird den Eltern, die Probleme haben das Schulgeld zu zahlen, die Hälfte des monatlichen Beitrags dazugegeben.

Was Nicaragua als Entwicklungsland meiner Ansicht nach am meisten und nachhaltigsten helfen kann, um die soziale, wirtschaftliche und politische Situation zu verbessern, ist Bildung. Die starken Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Schulen führen aber dazu, dass eine gute Bildung nur finanziell sehr starken Familien vorbehalten ist. Die Media Beca könnte deshalb dazu beitragen, gute Bildung auch finanziell schwächeren Familien zu öffnen, so könnten bestehende Strukturen aufgebrochen und die Abhängigkeit der Bildung von Wohlstand gelockert werden.

Um ein Kind ein Jahr lang durch die Media Beca zu finanzieren, müssten 92 € zusammenkommen. Im letzten Jahr konnten 20 Schüler durch die Media Beca finanziell unterstützt werden. Auch ich möchte nun versuchen, so vielen Kindern wie möglich eine Unterstützung durch die Media Beca zu ermöglichen und würde mich freuen, wenn Sie mir dabei helfen.

Wenn Sie Interesse haben, mich bei meiner Aktion finanziell zu unterstützen, so können Sie dies über das Konto der Städtepartnerschaft Matagalpa-Wuppertal tun, die auch in den letzten Jahren die Übermittlung des Geldes organisiert hat:

Stadtsparkasse Wuppertal
BLZ 330 500 00 – Kontonummer 560 540
IBAN: DE49 3305 0000 0000 5605 40
BIC-/SWIFT-Code: WUPSDE33XXX
(Bitte Verwendungszweck angeben!)

Unabhängig davon, ob Sie spenden möchten oder nicht, ich freue mich immer über Interesse an meiner Arbeit in diesem Jahr. Gerne sende ich ihnen Rundbriefe und Informationen zu oder beantworte Ihnen Fragen. Unter folgender E-mail-Adresse können Sie mich bei Interesse erreichen:

Muchos Saludos aus dem Land der Seen und Vulkane sendet

Anna Lena Hörsken

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